Deutsch-polnisches Projekt

 

24 Schülerinnen und Schülern von der Zespól Szkól Pobiedziska, der polnischen Partnerstadt Marktheidenfelds setzten für eine  Woche zusammen mit 24 Schülerinnen und Schülern der Klasse 8c des Balthasar-Neumann-Gymnasiums (BNG) ein gemeinsames Projekt um.

Im Oktober waren die BNG-Schüler am Gymnasium in Pobiedziska gewesen und hatten den ersten Teil des Projekts „Fremdsprachen kennenlernen – Partnerschaft erleben“ gemeinsam begonnen. Das Wochenende des Gegenbesuchs aus Polen diente daher auch dem Auffrischen gemeinsamer Erinnerungen der ersten Begegnung, am besten wohl bei und mit privaten Ausflügen in den gastgebenden Familien, unter anderem aufs Frühlingsvolksfest nach Würzburg, in den Spessart oder nach Stuttgart (Zoo/Wilhelma).

Am ersten Wochentag erfolgte dann für die  polnischen Schüler ein Stadtspiel in Marktheidenfeld und natürlich auch ein Besuch bei der Bürgermeisterin Helga Schmitt-Neder. Dort erhielten sie  eine ausführliche Information über die Stadt und ihre Geschichte und natürlich auch über Marktheidenfelds „Wald-und-Wein“-Umgebung. Die BNG-Schüler hatten während dieser Zeit Unterricht nach Stundenplan, man fand sich danach aber zum gemeinsamen Mittagessen in der Mensa, die den polnischen Gästen (inklusive des Essens) sehr gut gefiel. Den Nachmittag nutzte man in Würzburg für Stadtbummel und Besichtigungen: Residenz, Dom, Alte Mainbrücke, Marktplatz, Theater.

Zur Kultur- kam dann die Wirtschaftsgeographie, als sich am Folgetag alle 48 beteiligten

Schülerinnen und Schüler unter Begleitung ihrer betreuenden Lehrkräfte Studienrätin Katharina Kaiser

(BNG) und Leszek Pawlikowski (Gymnasium Pobiedziska) den Frankfurter Flughafen zum Ziel gesetzt hatten. Auf einer Minitour lernten sie den Flughafen mit FRAPORT  als größte Arbeitsstätte in Deutschland  (ca. 75000 Beschäftigte)  kennen, und konnten auch noch spontan Flugzeugmodelle und –typen vergleichen, als ein Airbus 380 direkt neben ihnen landete nebst Maschinen der polnischen Fluggesellschaft LOT. Und nach einer Mittagspause im Nordwest-Zentrum gab es auch noch Medienerziehung pur bei einem Besuch des Hessischen Rundfunks (Rundfunk und Fernsehen) mit ausführlicher Info über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland.

Das  Projekt „Fremdsprachen kennenlernen – Partnerschaft erleben“  nahm dann fast den gesamten restlichen Aufenthalt in Anspruch. Ziel war die Fertigstellung einer „Brücke“, die mit Eindrücken aus diesem Projekt Pobiedziska und Marktheidenfeld verbindet. Es ist in der BNG-Bibliothek ausgestellt und wird im Herbst in eine Ausstellung im Franck-Haus integriert. Eindrücke sind u.a.: Vorstellung beider Städte und Schulen, dazu Präsentation von Traditionen, die es in Polen bzw. in Deutschland gibt bzw. jeweils nicht gibt, dazu Ausflüge in Polen bzw. Deutschland, und natürlich der Sport. Die in Schriftform festgehaltenen Eindrücke,  ausgeschmückt mit Bildern,  wurden von Gruppen von jeweils vier  Schülern,  jeweils zwei aus Polen und Deutschland erstellt, sie sind alle zweisprachig. Beim Sport gab es dann konsequenterweise gemischte Teams in Volleyball, Fußball, Basketball und Frisbee-Werfen.

Der gemeinsame Abschlussabend mit  Disko und Büffet krönte dann die Arbeit und die Fülle von Informationen, die bei diesem engagierten Projekt da „unterwegs“ waren. Und dann gab es aus den Händen von Leszek Pawlikowski einen gemeinsam in Polen erstellten, brandaktuellen zweisprachigen „Begleiter“ für die Fußball-EM in Polen und der Ukraine im Sommer : ein deutsch-polnisches und polnisch-deutsches Fußballwörterbuch, mit dem man sich auch im jeweiligen Austragungsort durchfragen könnte, und mit dem man bei der EM immer am Ball (piłka) ist.  Interessanterweise ist das Wort für „Sieger“ („zwycięcza“) das letzte in der Aufzählung, im deutsch-polnischen Teil ist das erste Wort „Abblocken“ („zablokować“), und „Vorstopper“ heißt „forstoper“. Jogi Löw sollte sich das kleine Bändchen kommen lassen.

Und eines war nach diesem gelungenen Projekt eigentlich fast zu erwarten: es würde bei der Abfahrt in dem einen oder anderen Augenwinkel dann doch verdächtig feucht glitzern, und auch das folgende ist eine Tatsache: man wird sich wiedersehen.