Evangelische Religion

Argumente für das kleine Fach der großen Fragen

 

Warum der Evangelische Religionsunterricht für junge Menschen eine gute Sache ist.

Liebe Leser,
wir freuen uns darüber, dass der Evangelische Religionsunterricht von Ihnen geschätzt wird. Mit diesem Beitrag wollen wir Sie in Ihrer Haltung bestärken, dass der Evangelische Religionsunterricht für unsere Kinder wichtig ist.

 

I. Der Evangelische Religionsunterricht vermittelt Wissen und Fähigkeiten

o Am Evangelischen Religionsunterricht können neben getauften evangelischen Kindern und Jugendlichen auch Schüler teilnehmen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören. In diesem Fall ist lediglich ein schriftlicher Antrag auf Teilnahme am Evangelischen Religionsunterricht zu stellen ( auf dem Sekretariat erhältlich ).

o Der Evangelische Religionsunterricht unterstützt und begleitet Kinder und Jugendliche durch Sachkenntnis und authentische Begegnung mit der christlichen Tradition.

o Aufgabe des Evangelischen Religionsunterrichts ist nicht die Vermittlung von Glauben, aber der christliche Glaube ist sein Bezugspunkt.

o Die Schülerinnen und Schüler lernen das Alte und das Neue Testament kennen. Sie erfahren, wie Jesus Christus sein Evangelium in die Tat umgesetzt hat. Auch werden sie vertraut mit elementaren Grundeinsichten der jüdisch-christlichen Tradition wie der Würde des Menschen und dem Gebot der solidarischen Nächstenliebe.

o Der Evangelische Religionsunterricht setzt sich mit der stark vom christlichen Glauben geprägten Geschichte auseinander. Die Kenntnis und kritische Auseinandersetzung mit dem religiös-geschichtlichen Erbe ist ein unverzichtbarer Bestandteil schulischer Bildung.

o Mit dem intensiven Eingehen auf die anderen Weltreligionen und deren Daseinsdeutung leistet der Evangelische Religionsunterricht einen wichtigen Beitrag zum Verstehen der modernen Welt und zur Toleranz.

o Der Evangelische Religionsunterricht sucht den Bezug zu den Fächern aus den sprachlichen, gesellschaftswissenschaftlichen, künstlerischen, aber auch naturwissenschaftlichen Bereichen. Dadurch wird gezeigt, dass Christsein mitten im Leben stattfindet und die gesamte schulische Arbeit essentiell bereichert.

 

II. Der Evangelische Religionsunterricht begleitet beim Erwachsenwerden

o Der Evangelische Religionsunterricht nimmt im Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach Gut und Böse, Glück und Leid auf und versucht zusammen mit den Schülern tragfähige Antworten zu finden.

o Er trägt dazu bei, die Fähigkeiten, die der junge Mensch hat, zu entdecken und zur Entfaltung zu bringen. Vor allem will der Evangelische Religionsunterricht Mut machen und helfen, sich selbstbewusst, verantwortlich und frei den Herausforderungen des Alltags zu stellen.

o Der Evangelische Religionsunterricht zeigt jungen Menschen Wege auf, sich in der Welt unabhängig von herrschenden Denkmustern und Lebensentwürfen zu orientieren. Er hilft den Schülerinnen und Schülern, eine eigene Position und Überzeugung in unserer offenen und pluralistischen Gesellschaft zu finden.

o In seiner Grundorientierung am Evangelium grenzt sich der Evangelische Religionsunterricht kompetent und klar von allen ideologischen oder materialistischen Vereinnahmungen Gottes und der Menschen ab. Der Evangelische Religionsunterricht istkonsequent der Frohen Botschaft von der Befreiung des Menschen verpflichtet.

o Die Schüler sollen befähigt werden, ihrem Gewissen zu folgen und sich für Frieden und Gerechtigkeit als den Grundlagen einer lebenswerten Welt einzusetzen.

 

III. Der Evangelische Religionsunterricht verbindet

o Im Evangelischen Religionsunterricht sind Gespräch und gemeinsames Suchen nach Antworten Grundprinzipien. Dem Schüler wird nie eine Meinung aufgezwungen. Kein Gedanke muss verschwiegen werden. Hier machen wir Ernst mit Luthers Freiheit eines Christenmenschen.

o Im Evangelischen Religionsunterricht sind Freude, Dankbarkeit und Zuversicht keine Fremdwörter. Ökumenische Gemeinschaft mit unseren katholischen Mitchristen ist für uns selbstverständlich.

o Der Evangelische Religionsunterricht zeigt, dass Menschen immer wieder Fehler machen und auf die Vergebung durch die Mitmenschen und Gott angewiesen sind. Dies ist bei Schülern, Eltern und Lehrern täglich der Fall. So gibt es durch die Vergebung täglich die Chance eines Neuanfangs.

o Niemand ist vollkommen, niemand muss vollkommen sein! Diese Frohe Botschaft von Gottes Liebe zu uns unvollkommenen Menschen verbindet Eltern, Schüler und Lehrer. Sie trägt den Evangelischen Religionsunterricht.

 

Marktheidenfeld im Juli 2005

Karl Küfner, Oberstudiendirektor für Evangelische Religionslehre und Latein